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Kali

Ich weiß nicht - irgendwie habe ich einen Hang zu den "dunklen" Göttinnen. Und das schon über Jahre. Immer zur Herbst- und Winterzeit setzen sie sich in Szene. Im Frühjahr und Sommer sind sie zwar auch da, aber immer nur latent.

Kali ist eine für mich fremde, exotische Gottheit mit der ich mich noch nicht so viel auseinandergesetzt habe. Sie übt aber durchaus eine starke Faszination auf mich aus. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, mich in diesem Winter näher mit ihr zu beschäftigen.

Hier einige kleine Infos über die Gute, die meiner Meinung nach zwar keine Licht- und Liebe-Göttin ist, aber auch sehr verkannt wird:

Kali
(Sanskrit, wörtl.: „Die Schwarze&ldquo

Pantheon:

  • Hinduismus
    → ca. 900 Millionen Anhänger = 3. größte Religion
    → Ursprung: Indien
    → kein gemeinsames für alle gleichermaßen gültiges Glaubensbekenntnis sondern viele Strömungen
    → Trotz unterschiedlicher Ansichten werden Feiertage gemeinsam begangen: „Einheit in der Vielfalt“
    → Verschmelzung von mehreren verschiedenen religiösen Systemen: den altindischen Religionen und der Religion der Arier
    → Keine Polytheistische Religion, sondern Henotheismus = alle Götter sind Ausdruck des einen höchsten persönlichen Gottes (der je nach Ausrichtung verschieden ist) oder auch der unpersönlichen Weltseele (Brahman)
    → Die Göttin (= devi) ist die Wurzel des Daseins
    Shiva ist nur reiner Geist, Manifestation findet erst durch die Berührung mit der dynamischen weiblichen Lebenskraft (= shakti)statt
    Ohne Wirken der Göttin können die Götter nicht ins Sein treten und bleiben leblos.

Funktion:

  • Göttin für: Tod, Zerstörung, Erneuerung.(Ohne Zerstörung kann nichts neues entstehen, Leben und Tod sind untrennbare Einheit und ein ewiger Kreislauf = Samsara)

  • Verkörperung des Zornes Durgas (Durga = Göttin der Vollkommenheit)
    Kali soll aus Durgas Stirn entsprungen sein
    In anderen Mythen ist sie die dunkle Seite Parvatis (= Gattin des Shiva, „Tochter der Berge“, Sinnbild für Mutterschaft aber auch Erhaltung und Zerstörung) und eine der Mahavidyas (= Gruppe von zehn hinduistischen Göttinnen von denen die meisten in zornvollen und schrecklichen Formen erscheinen: Kali, Tara, Chinnamasta, Bhuvaneshvari, Bagala, Dhumavati, Kamala, Mitangi, Sodashi (auch Sundari) und Bhairavi oder Tripura Bhairavi.)

  • Wird meistens in Schwarz, manchmal auch in Blau dargestellt

  • Furcht erregendes Äußeres, auf vielen Zeichnungen jedoch mit dem Mudras „Fürchtet euch nicht“ dargestellt (Mudra = symbolische Handgeste)

  • Beschützerin der Menschen und göttliche Mutter

  • Symbol für Kala“, die Zeit

  • Zerstörerin der negativen Kräfte und Illusionen

  • Befreierin des Geistes

  • Wird oft unabhängig von Männern und männlichen Gottheiten dargestellt, ist aber Gattin von Shiva und mit diesem als „Elternpaar des Universums“ bekannt

  • Feiertag Kalis ist Kalipuja, am selben Tag wie das Lichterfest Diwali, nach dem Mondkalender meist Ende Oktober/Anfang November
    Verehren Hindus im Osten von Indien an diesem Tag Kali, die dunkle Seite der Göttin, beten andere sie zur selben Zeit als Lakshmi an, als strahlende, Glück verheißende Göttin

  • Einer ihrer bekanntesten Tempel ist der Kalighat-Tempel in Kolkata (vorher Kalkutta, wichtiger hinduistischer Wallfahrtsort)
    Statue = riesiger schwarzer Gesteinsblock, je nach Legende im Fluss gefunden oder aus der Erde gewachsen
    Im Laufe der Zeit wurden goldene Gliedmaßen und prachtvolle Bekleidung angebracht

  • Kali = Schutzgöttin der Stadt Kolkata ( = Kalkutta)

  • Schutzgöttin der Yogis

  • Je gruseliger der Anblick desto größer der Schutzfaktor

Magische Arbeit:

  • Anrufung hauptsächlich bei Neumond

  • Schutzgöttin

  • Innerer Friede ( → Luisa Francia: einschlafen, träumen, ausschlafen)

  • Klare Sicht auf eine Sache oder eine Person

Sonstiges:

  • Die „Thugs“ existierten seit dem 7. Jahrhundert nach Christus. Die Sekte brachte der Göttin Kali Menschenopfer dar. Dabei wurden die männlichen Opfer (Frauen wurden verschont) ausgezogen und auf körperliche Unversehrtheit untersucht. Die „Thugs“ opferten niemals körperlich unversehrte Menschen. Nach der Überprüfung wurde das Opfer langsam stranguliert, damit die Göttin sich an den Qualen erfreuen konnte. Die „Thugs“ trieben im heutigen Uttar Pradesh und in Zentral Indien ihr Unwesen. Im Jahr 1861 verboten die Briten die Opferungen des Stammes. Nachdem ein britischer Offizier von dem Stamm umgebracht wurde, begannen die Briten mit der Ausrottung. Im Jahre 1882 wurde der letzte „Thug“ gehängt.

(c) by yggdrasil
Diesen Text habe ich vor einiger Zeit für unseren Frauenkreis in Münster zusammengestellt.

Quellen: www.wikipedia.de, Luisa Francia - Einschlafen träumen ausschlafen: die gabe der schmetterlingsfrau, Verlag Frauenoffensive (Juni 2005), Kim Knott, Ekkehard Schöller - Der Hinduismus: Eine kurze Einführung (Taschenbuch), Reclam, Ditzingen (November 2000)

29.10.09 09:25
 


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